Der traurige Igel
Über diese Geschichte
Igel Henry ist furchtbar traurig, weil sein bester Freund Bart weggezogen ist. Doch dann trifft er das sanfte Reh Rosie, das ihm zeigt, warum Weinen manchmal gut tut und wie aus Abschiedsschmerz wunderschöne Erinnerungen werden. Begleite Henry dabei, wie er neuen Mut fasst und eine tolle Idee hat, um mit seinem Freund verbunden zu bleiben.
Was diese Geschichte zeigt:
- Es ist völlig in Ordnung, traurig zu sein und auch mal zu weinen.
- Tränen helfen dabei, die Traurigkeit herauszulassen, um Platz für schöne Erinnerungen zu machen.
- Wahre Freundschaft bleibt bestehen, auch wenn man weit voneinander entfernt ist.
Hallo, ich bin Henry. Ich bin ein Igel und lebe in einer gemütlichen Höhle unter den Wurzeln einer alten Kiefer 🎵, nicht weit von der Sonnigen Wiese entfernt. Ich möchte euch von einem Tag erzählen, der wahrscheinlich der traurigste in meinem ganzen Leben 🎵 war.
Alles fing am Morgen an. Ich wachte auf und wusste sofort, dass etwas nicht stimmte. Es war irgendwie… zu still. Normalerweise konnte ich um diese Zeit schon hören, wie Dachs Bart – mein bester Freund – in seiner Höhle herumklapperte und sich für unsere Abenteuer fertigmachte.
Aber an diesem Morgen war es ganz still.
Denn Bart war weggezogen 🎵. Seine Familie war auf die andere Seite des Kiefernwinkels gezogen, hinter den Blaubeerhügel. Ich weiß gar nicht genau, wo das ist. Ich weiß nur, dass es sehr, sehr weit weg ist.
Ich saß vor meiner Höhle und hatte zu gar nichts Lust 🎵. Alles sah irgendwie grau aus, sogar das Moos. Meine liebsten Walderdbeeren, die gleich in der Nähe wachsen, sahen aus wie einfache, langweilige Punkte im Gras.
„Henry! Komm zur Sonnigen Wiese!“, rief Eichhörnchen Fiona von einem Ast. Ihr roter Schwanz wippte hin und her. „Wir spielen Verstecken!“
Aber ich schüttelte nur den Kopf.
„Ich mag nicht“, murmelte ich vor mich hin.
Fiona hüpfte einen Ast tiefer 🎵 und sah mich genau an.
„Aber du liebst doch Verstecken! Du versteckst dich immer im selben Laubhaufen, und wir finden dich immer, und das macht so viel Spaß!“
„Eben“, seufzte ich schwer. „Bart hat immer so getan, als könnte er mich nicht finden. Er hat laut geschnauft und ist direkt neben mir herumgestampft, obwohl er meine Stacheln ganz genau gesehen hat. Nur, um mir eine Freude zu machen.“
Ich fühlte mich, als wollte ich mich zu einer Kugel zusammenrollen und mich nie, nie wieder aufrollen. Also tat ich genau das 🎵. Ich wurde einfach zu einer kleinen, stacheligen Kugel. Fiona flitzte davon 🎵, und ich blieb allein mit meiner Traurigkeit zurück.
Nach einiger Zeit hörte ich leise Schritte 🎵. Es war Reh Rosie. Sie hatte große, dunkle Augen und trat so sanft auf, dass nicht ein einziger trockener Zweig knackte. Sie setzte sich neben mich und sagte nichts. Sie war einfach da.
Ich weiß nicht, wie lange wir so dasaßen. Aber schließlich steckte ich meine Nase heraus 🎵.

